Hallo Hugo – Aló Presidente!

Er spielt meisterhaft auf der Klaviatur des Populismus, neigt zu profilneurotisch-überhöhter Selbstinszenierung, bevorzugt in stundenlangen eigenen TV-Shows. Für Fragen der Gewaltenteilung ist er eher unsensibel, wie überhaupt für jegliche Errungenschaften von Aufklärung, Demokratie und Freiheit. Und er regiert ein Land. Selbstherrlich und ziemlich erfolglos.

Die Rede ist nicht von Silvio Berlusconi, sondern von Hugo Chávez, Showmaster der mehrstündigen TV-Sendung „Aló Presidente!“, Castro-Buddy, Weltstaatsmann und – im Nebenamt – Präsident Venezuelas.

  In Kürze wird der Held der vereinigten linken Utopisten auch auf helvetischen Bildschirmen auftauchen. Zu verdanken haben wir diesen komödiantischen Jahreshöhepunkt einem gewissen Walter Angst vom 1.Mai-Komitee, welches Chávez heute live nach Zürich ins Herz des Bankenplatzes schalten wird, von wo aus er – ein Unding sondergleichen – sein reaktionäres Gedankengut herausposaunen wird. Sofern es den Sozialisten hierzulande Freude bereitet, sich am zweifelhaften Erfolg grotesker Balkon-Demagogen zu erbauen und derweil von eigenen weltrevolutionären Reden in selbst-designten Operetten-Uniformen zu träumen, so möchten wir für die Video-Conference-Key-Note-Speech im Jahre 2007 als Nachfolger für den „Caudillo“ Chavez wärmstens den „Cavaliere“ Berlusconi empfehlen. Nach seiner Quartiernahme im Oberengadin bestünde sogar die Chance, dass er am 1.5.07 leibhaftig (und nicht per kapitalistischer Grossleinwand ähnlich einer UBS-Generalversammlung) zu den tapferen Sozialromantikern in Zürich sprechen würde: „Aló Presidente!“


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